© Charles Burns «The Hive» 2012

Charles Burns

3.7.–
31.10.2027

Charles Burns (*1955) zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Comicschaffenden. Seit seinen Veröffentlichungen im legendären Magazin «RAW» in den 1980er-Jahren inspiriert der US-amerikanische Zeichner und Illustrator Künstler:innen weltweit. Seine präzise Bildsprache aus klaren Linien und tiefen Schwarzflächen verbindet Realismus mit surrealen Verzerrungen sowie Popkultur mit psychologischer Tiefe und literarischer Komplexität. Hinter bürgerlichen Fassaden treten Ängste, Brüche und Einsamkeit der Pubertät in albtraumhaften Mutationen zutage. Realität, Fieberwahn und Rausch verschmelzen zu einer beklemmenden Zwischenwelt.

Mit «Black Hole» schuf Burns ein schwarz-weisses Meisterwerk der grafischen Literatur. Der Comic erzählt von einem rätselhaften Virus, das unter Jugendlichen körperliche Mutationen auslöst. Die Geschichte ist eine eindringliche Coming-of-Age-Erzählung über Begehren, Scham, Ausgrenzung und die Suche nach Zugehörigkeit.

In der farbigen «Last Look»-Trilogie entfaltet Burns ein Spiel aus Erinnerung und Projektion. Der Kunststudent Doug liegt verletzt im Bett und träumt von einer surrealen Parallelwelt, in der er nach seiner verschwundenen Freundin Sarah sucht. Aus Elementen eines Abenteuercomics und einer Hommage an Hergés «Tim und Struppi» wird eine vieldeutige Erkundung von Identität und Erinnerung.

Neben seinen Graphic Novels schuf Burns ikonische Illustrationen und Titelbilder für zahlreiche renommierte US-amerikanische Magazine und Zeitungen.

Die Retrospektive im Cartoonmuseum zeigt einen Künstler, der mitreissende Erzählungen zwischen Poesie und Horror geschaffen hat. Nichts ist eindeutig. Das Vertraute berührt das Unheimliche.

Pressekonferenz: 1.7.2027, 11 Uhr
Vernissage: 2.7.2027, 18.30 Uhr
Kuratorin: Anette Gehrig

  • © Charles Burns «The Hive» 2012